Sommer, Sonne, Bürgerdialog

Mit glühenden Wangen sind wir am 2. Juli auf das Leipziger Messegelände zum TTIP-Bürgerdialog der europa-union deutschland gepilgert. Es glühte zum einen weil es über 30 Grad mollig warm war, zum anderen weil wir gespannt waren, wie so ein quasi-staatlicher Bürgerdialog denn so abläuft. Beim Ankommen war mein erster Eindruck erstmal tote Hose. Außer uns 10 Leutchen vom Netzwerk Vorsicht Freihandel, die sich vorm Eingang sammelten, waren nur die DienstleisterInnen des Catering-Unternehmens und einzelne Krawattenträger zu sehen. Dann betraten wir die klimatisierten Räume des Congresscenters: Business-Empfang, Stehtische, Mineralwasser… nobel nobel das Ambiente. Wird wohl ein bischen was gekostet haben. Alles im Allem überdimensioniert für die maximal 80 Leute – incl. uns und allen berufsmäßig Anwesenden – die sich dann schließlich eingefunden hatten. Die Veranstalter hatten offensichtlich mit mehr BürgerInnen gerechnet. Wir auch.
Bürgerdialog Messe Leipzig Juli 2015
Es startete dann der übliche Ablauf: Begrüßungsrede, Podiumsdiskussion, Aufteilung in 3 Themendiskussionen, Ergebnisvorstellung und Schlusswort. Es war für mich durchaus positiv festzustellen, dass neben Befürwortern auch KritikerInnen der Freihandelsabkommen auf den Podien angemessen zu Wort kamen. Fragen und Redebeiträge aus dem Publikum waren möglich und erwünscht. Ich für mich konnte aus den Beiträgen inhaltlich wenig Neues mitnehmen. Leider verliefen in meinem Themenraum „Demokratie, Transparenz, Legitimität“ die Diskussion sehr schnell auseinander. Wie so oft bei diesem Format ging ein „Rote Faden“ fix verloren, immer mehr Themenstränge wurden eröffnet, so dass sich am Ende kaum 2 Beiträge aufeinander bezogen. Überzeugen konnten sich die Gegenseiten nicht, aber das hat wohl auch niemand erwartet.
Zum Schluss hin konnten wir es uns nicht nehmen lassen, noch einen kleinen Bannergruß in den Saal zu stellen.